Warum die Heizung vom Strom abhängt
- Auch Gas- und Ölheizungen laufen nicht ohne Strom.
- Die Umwälzpumpe, die Regelung, das Gebläse und die Zündung brauchen Spannung. Fällt sie weg, schaltet das Gerät aus Sicherheitsgründen ab. Das ist gewollt, denn ohne Regelung darf kein Brenner arbeiten. Bei einer Wärmepumpe gilt dasselbe, dort fehlt zusätzlich der Antrieb für den Verdichter. Eine Pause im Betrieb ist darum nichts Ungewöhnliches.
- Ist der Strom wieder da, fährt nicht jede Anlage selbstständig hoch.
- Manche Geräte fahren selbstständig hoch, andere melden eine Störung und verriegeln. Das hängt von der Regelung ab. Wer das Gerät noch warm vorfindet, hat Glück, bei längerem Ausfall kühlen die Heizkörper aber aus und das System muss erst wieder Wärme aufbauen. Ein Blick aufs Display gibt Auskunft.
- Ein Stromausfall kann außerdem Einstellungen verändern.
- Uhrzeit, Zeitprogramm und Betriebsart gehen bei einigen Reglern verloren und springen auf Werkseinstellungen zurück. Dann läuft die Anlage zwar wieder, aber zu falschen Zeiten oder im falschen Modus. Das Display verrät es, und ein kurzer Blick lohnt, bevor Sie an einen Defekt denken. Ein Foto der Anzeige hilft bei der Beschreibung am Telefon.
Erste Prüfung nach der Rückkehr des Stroms
Beginnen Sie am Heizungsnotschalter vor dem Heizraum. Er muss auf Ein stehen, denn bei einem Stromausfall wird er manchmal versehentlich umgelegt. Schauen Sie dann aufs Display der Anlage. Leuchtet es, ist die Versorgung da. Bleibt es dunkel, obwohl im Haus anderes funktioniert, notieren Sie das für den Anruf, öffnen aber kein Gehäuse und fassen keine Sicherung an.
Prüfen Sie Uhrzeit, Betriebsart und Solltemperatur. Hat sich etwas verstellt, stellen Sie es nur so zurück, wie die Bedienungsanleitung es beschreibt. Liegt eine Fehlermeldung an, halten Sie den Code fest, wie es der Beitrag zum Fehlercode zeigt. Entriegeln lässt sich das Gerät höchstens einmal, sofern die Anleitung diesen Schritt nennt; nach dem Leerfahren eines Öltanks bleibt die Taste tabu.
Ein zweiter Blick gilt dem Manometer. Nach einer Auskühlung kann er sinken, weil sich das Wasser zusammenzieht. Liegt der Wert unter dem Mindestdruck der Anleitung, sperrt manches Gerät den Betrieb. Mehr zum Ablesen steht im Beitrag Manometer der Heizung ablesen. Auffüllen gelingt sicher nur nach den Schritten der Bedienungsanleitung, andernfalls erledigt es die Fachkraft. Das reicht als Bestandsaufnahme.
Öl und Wärmepumpe nach dem Ausfall
Bei einer Ölheizung ist der Füllstand im Tank ablesbar, falls das Gerät nicht anläuft.
Ein leerer Tank hat nichts mit dem Stromausfall zu tun, fällt aber manchmal erst dann auf. Nach dem Tanken oder bei Luft in der Leitung gilt: kein Startversuch und keine Entstörtaste, das Entlüften der Ölleitung gehört zur Fachkraft.
Lassen Sie den Geräten nach der Rückkehr des Stroms ein wenig Zeit. Die Regelung führt einen Selbsttest durch, der einige Minuten dauert. In dieser Phase passiert scheinbar nichts, die Anzeige wechselt aber. Erst wenn die Meldung stehen bleibt oder sich nichts ändert, ist der Fall für die Fachkraft. Wer in dieser Phase auf Tasten drückt, unterbricht den Selbsttest eher.
Wann der Anruf sinnvoll ist
Bleibt die Heizung trotz Notschalter, Anzeige und Druck kalt, folgt der Anruf. Bei strengem Frost drohen Leitungen in kalten Nebenräumen einzufrieren. Die Seite zur ausgefallenen Heizung beschreibt den Ablauf: Heizung ausgefallen. Fenster und Türen bleiben zu, und Sie bleiben in den wärmsten Zimmern. Das schützt die Rohre. Leben Kinder oder ältere Menschen im Haus, verdient die Raumtemperatur besondere Aufmerksamkeit.
Am Telefon helfen Ort, Gerätetyp, Energieträger, Code und Druckwert. Sagen Sie auch, wie lange der Strom weg war und ob das Display leuchtet. Über die Vermittlung wird ein Heizungsbetrieb aus der Region gefunden, der die Regelung ausliest und die Anlage wieder einstellt. Die Rechnung stellt der Betrieb direkt. Elektrik im Gerät bleibt für Sie tabu.
Gasgeruch nach einem Stromausfall ist ein eigener Fall. Fenster auf; Schalter, Licht und Telefon im Haus bleiben unberührt. Der Gashaupthahn wird geschlossen, wenn er gefahrlos erreichbar ist, danach geht es aus dem Gebäude. Draußen verständigen Sie den Entstörungsdienst Ihres Gasversorgers oder die 112, bei einem CO-Alarm genauso. Erst wenn Sie im Freien stehen, wird telefoniert. Alles andere im Haus muss warten, bis die Lage geklärt ist.
Kurz zum Mitnehmen
- Auch Gas-, Öl- und Wärmepumpenheizungen brauchen Strom für Pumpe, Regelung und Zündung, ein Ausfall stoppt sie.
- Zuerst Heizungsnotschalter, Display, Uhrzeit und Betriebsart prüfen, dann den Druck am Manometer ablesen.
- Zum Entriegeln gilt eine Obergrenze von einem Druck, nur laut Anleitung; den Code vorher festhalten.
- Bei Öl den Füllstand ablesen, bei der Wärmepumpe die Außeneinheit freihalten und Eis nicht selbst entfernen.
- Gehäuse, Sicherungen, Elektrik, Gas und Brenner bleiben unberührt, bei Gasgeruch gilt: ins Freie, Gasversorger oder 112.
