Wo das Manometer sitzt und was es zeigt
- Das Manometer sitzt meist am Heizgerät oder an der Verteilung im Heizraum.
- Es ist ein Rundinstrument mit einer Skala in bar und einem Zeiger. Bei manchen Geräten gibt es stattdessen eine digitale Anzeige im Display. Gemessen wird der Druck des Heizungswassers, nicht die Temperatur und nicht der Druck im Trinkwasser. Es lohnt sich, einmal im Heizraum nachzusehen, wo es hängt.
- Auf dem Zifferblatt finden Sie einen zweiten Zeiger in Rot oder Grün oder farbige Zonen.
- Sie kennzeichnen den Sollwert, also die Zone, in der sich der Druck bewegen soll. Der schwarze, bewegliche Zeiger zeigt dagegen den aktuellen Druck. Wichtig ist, beide auseinanderzuhalten. Das vermeidet Fehlablesungen. Merken Sie sich die Lage der Marken.
- Lesen Sie den Wert bei kalter Anlage ab, etwa nach einer längeren Pause im Betrieb.
- Wasser dehnt sich beim Erwärmen aus, und der Druck steigt dadurch an. Ein Wert bei laufender Heizung liegt also etwas höher als im kalten Zustand. Wenn Sie vergleichen wollen, messen Sie immer unter ähnlichen Bedingungen. Dann bleiben die Werte vergleichbar.
Welcher Druck normal ist
Üblich sind bei einem Einfamilienhaus Werte von ungefähr 1 bis 2 bar, als Richtgröße verstanden. Der genaue Sollwert steht in der Bedienungsanleitung und hängt von der Höhe des Hauses ab. Mehrfamilienhäuser und Dachzentralen haben andere Werte, weil die Wassersäule höher ist und die Anlage mehr Druck braucht. Die Anleitung liefert den Wert, an dem Sie sich orientieren.
Liegt der Zeiger unter dem Sollbereich, ist der Druck zu niedrig. Manche Geräte schalten dann ab oder verweigern den Heizbetrieb. Ursachen sind entwichene Luft nach dem Entlüften, ein Leck oder ein Ausdehnungsgefäß, das nicht mehr richtig arbeitet. Wie sich zu geringer Druck bemerkbar macht, lesen Sie bei Heizung schaltet sich immer wieder ab. Notieren Sie den Wert, bevor Sie etwas tun.
Liegt der Zeiger deutlich darüber, ist der Druck zu hoch. Das Sicherheitsventil kann dann abblasen und Wasser ableiten. Drehen Sie nicht selbst am Ventil und versuchen Sie nicht, Wasser abzulassen. Zu hoher Druck hat eigene Ursachen, die im Beitrag Heizungsdruck zu hoch erläutert werden und die Fachkraft beurteilen muss. Auch dann gilt: keine Eingriffe am Ventil.
Nachfüllen, entlüften und beobachten
Sinkt der Druck, liegt Nachfüllen als erster Gedanke nahe.
Es darf nur so geschehen, wie es Ihre Bedienungsanleitung beschreibt. Fehlt Ihnen die Anleitung oder die Sicherheit, überlassen Sie das der Fachkraft. Wer ohne Wissen Wasser einlässt, riskiert Überdruck, Luft im System oder eine falsche Befüllung, die später Folgen hat.
Wichtig ist das Beobachten über Tage. Notieren Sie den Wert mit Datum oder fotografieren Sie das Zifferblatt. Fällt der Druck kurz nach dem Auffüllen wieder, sind ein Leck, ein Ausdehnungsgefäß oder ein tropfendes Sicherheitsventil im Spiel. Das gehört zur Fachkraft, ebenso ein Druck, der sich gar nicht halten lässt. Beides erleichtert den Vergleich. Ein kleiner Zettel neben dem Gerät reicht dafür völlig aus.
Wann ein Anruf nötig wird
Fällt der Druck immer wieder, ist die Fachkraft gefragt. Auch ein Zeiger auf null, ein feuchter Keller oder Tropfen unter dem Gerät sprechen für ein Leck. Bleiben die Heizkörper kalt und meldet das Gerät eine Störung, passt die Leistung Druckverlust zu Ihrem Fall. Ein Foto vom Zifferblatt hilft bei der Beschreibung, ebenso der Sollwert aus der Anleitung.
Am Telefon nennen Sie den abgelesenen Wert, den Sollwert aus der Anleitung, Ort, Gerätetyp und Energieträger. Wir vermitteln einen Heizungsbetrieb aus der Region, dort wird der Druckabfall untersucht und die Reparatur ausgeführt. Die Rechnung stellt der Betrieb selbst. Ein Foto vom Zifferblatt erleichtert die Beschreibung am Telefon. Das ordnet die Lage von Anfang an.
Gehäuse, Gasleitung, Brenner, Abgasweg und Elektrik bleiben für Sie tabu, auch wenn der Fehler offensichtlich scheint. Die Räume lassen sich mit geschlossenen Türen und Fenstern warm halten, und bei Frost sollten Kellerleitungen nicht auskühlen. Bei Gasgeruch gilt etwas anderes: Fenster auf, Haus verlassen, draußen den Entstörungsdienst des Gasversorgers oder 112 erreichen. Ein CO-Melder-Alarm folgt demselben Ablauf.
Kurz zum Mitnehmen
- Das Manometer zeigt den Wasserdruck im Heizkreis in bar, am besten bei kalter Anlage abzulesen.
- Bei einem Einfamilienhaus sind ungefähr 1 bis 2 bar üblich, der genaue Sollwert steht in der Bedienungsanleitung.
- Wasser nur nach Bedienungsanleitung auffüllen, sonst übernimmt es die Fachkraft.
- Sackt der Druck nach dem Auffüllen wieder ab, braucht die Anlage die Fachkraft.
- Am Sicherheitsventil nicht drehen, Gehäuse, Gas, Brenner und Elektrik bleiben unberührt und gehören zur Fachkraft.
